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Letzte Änderung:
May 20. 2011 06:11:19


 

Sinne

SINNierend sitz ich hier. Draußen ist schon lange Nacht. Denke über SINNE nach.

Da gibt es zum Beispiel den SINN, den wohl alles hat und der nicht immer so schnell zu entdecken ist. Manchmal findet man ihn nie, und in einigen Fällen gibt es ihn wahrscheinlich überhaupt nicht. Die Suche ist dann SINNlos und dennoch SINNvoll. Der Weg ist das Ziel und auf jeder Suche gewinnt man zumindest neue Erkenntnisse. Die Menschheit sucht verzweifelt nach dem SINN des Lebens. Sind wir einfach nur so da, zufällig, oder hat jeder sein persönliches Schicksal, eine SINNvolle Aufgabe, zu erfüllen? SINNreiche Antworten darauf gibt es jede Menge - unbeantwortete Fragen einige mehr.

Dann gibt es noch die SINNE. Sehen, Hören, Fühlen und Schmecken. Sie lassen uns empfinden. Ist die Seele also ebenfalls ein SINNesorgan?

Was ist SINNlich? Steht es immer im Zusammenhang mit Erotik? Sex? Warum muss ich dann aber gerade jetzt an einen Pfirsich denken? An einen festen, perfekten, runden Pfirsich mit feinen Härchen auf der Oberfläche, der zudem auch noch verboten aromatisch duftet. Wenn man in ihn hineinbeisst, die samtene Haut unter den Zähnen einkracht und man das süße, saftige Fleisch an der Zunge und den Lippen spürt, einem der gelbe Saft am Kinn hinunterläuft, ist auch das ein SINNliches Gefühl. Es ist ein großes Glück, das die Nahrungsaufnahme im unachtsamen Alltag eher unSINNlich ist. Die Menschheit würde sich wohl zu Tode fressen und Sex wäre schnell ein Akt der Unmöglichkeit. Menschen können SINNlich sein. Tiere auch, aber bei ihnen wird es im Allgemeinen anders genannt: elegant, anmutig, scheu, natürlich, schön... Ein SINNlicher Mensch hat eine besondere Ausstrahlung. Er muss noch nicht einmal klassischen Schönheitsidealen entsprechen. Man nennt es auch das "Gewisse Etwas⊃3;. Es gibt SINNliche Bewegungen, SINNliche Stimmen, SINNliche Gesichtszüge, SINNliche Körper, SINNliche Gerüche. Es gibt SINNliche Momente. Dann schleicht der Sex in alle SINNe. Die Nervenfasern und die Hormone explodieren in SINNesräuschen, beim Orgasmus, völlig von SINNen, ergibt das Leben für ein paar Sekunden scheinbar noch einen SINN.

Nun kommt mir noch ein anderer SINN in den SINN. Genau diesen meine ich. Wo aufgenommene SINNesreize verarbeitet werden. Wo WahnSINN, FrohSINN, LeichtSINN entspringen. Wo Entscheidungen getroffen werden - steht mir der SINN danach? - ist das SINNvoll oder SINNlos?

Den SINNen gegenüber ist man machtlos. Wir haben keinerlei Einfluss, können sie nicht abstellen. Höchstens dämpfen.

SINNestäuschungen. Durch Glauben, durch Lügen, durch Hormone, durch Drogen. Nicht alle SINNe beieinander haben.

Dann fällt mir noch die Kunst ein. Geschaffen aus und mit den SINNen eines oder mehrerer Menschen, für die SINNe GleichgeSINNter oder jeden, der mit offenen SINNen durch das Leben geht und interessiert ist. Das ist Kunst. Herz- und seelenlose Kunst meistens Kitsch. Ein Künstler ist sich seiner SINNe verstärkt bewusst und erlebt SINNreize intensiver. Verzweifelt schneller an der Suche nach SINNen, doch diese Sehnsucht ist SINNvoll. Aus der Trauer könnte etwas Wunderschönes, etwas Einzigartiges, ein festgehaltener und mitgeteilter SINNesrausch, geboren werden.

BeSINNen wir uns also auf unsere SINNe. Sie sind das SINNvollste, mit dem wir ausgestattet wurden, bevor man uns hier zurückgelassen hat.

Flavio Ravani

Ein Freund



 




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